Bundestag beschließt zweite Patriot-Tranche für die Truppe
Berlin. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat die Beschaffung von acht weiteren Feuereinheiten des Flugabwehrsystems Patriot freigegeben. Das Vorhaben mit einem Volumen von 3,2 Milliarden Euro ergänzt die bereits abgegebenen Systeme an die Ukraine. Damit verfügt die Bundeswehr ab 2028 über zwölf einsatzbereite Patriot-Staffeln. Hersteller ist die transatlantische COMLOG-Gemeinschaft.
Lückenschluss bis Iris-T greift
Bis das System Iris-T SLM die Mittelstrecken-Flugabwehr vollständig übernimmt, bleibt Patriot das Rückgrat der bodengebundenen Luftverteidigung. Die neuen Einheiten werden auf die Standorte Husum, Sanitz und Bad Sülze verteilt. Die zugehörigen PAC-3 MSE-Lenkflugkörper sind Teil eines separaten Beschaffungsvertrags.
Ausbildung in den USA
Die Crews durchlaufen weiterhin den Lehrgang in Fort Sill, Oklahoma. Die Bundeswehr plant zusätzlich eine zweite Ausbildungseinrichtung in Mecklenburg. Generalleutnant Klaus Habermann, Inspekteur der Luftwaffe, sprach von einer „strategischen Notwendigkeit angesichts des veränderten Bedrohungsbildes“.
Industrielle Rückwirkung
Diehl Defence in Röthenbach baut die Endmontage der Lenkflugkörperkomponenten weiter aus. Rund 250 zusätzliche Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Bundesregierung sieht in der Beschaffung zugleich eine Antwort auf die Forderungen der NATO nach belastbarer integrierter Luftverteidigung in Mitteleuropa.
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