Puma-Schützenpanzer: Nachrüstpaket S1 erreicht volle Einsatzreife
Unterlüß. Der Schützenpanzer Puma in der Konfiguration S1 hat nach Angaben des Bundesamtes für Ausrüstung den Status der vollen Einsatzreife erreicht. Die Truppe verfügt damit erstmals über ein vollständig digital vernetztes Hauptwaffensystem der Panzergrenadiere. Insgesamt 154 Fahrzeuge wurden im laufenden Programm modernisiert. Die Nachrüstkosten lagen bei rund 770 Millionen Euro.
Was S1 verändert
Mit dem Konstruktionsstand S1 verfügt der Puma über eine modernisierte Optronik, die Lenkflugkörper-Integration MELLS sowie eine erweiterte Systemsoftware. Die Bedienoberflächen wurden vereinheitlicht, was die Ausbildungszeit der Besatzungen um etwa zwanzig Prozent verkürzt. Die Industrie habe interne Verzugsmeldungen aus dem Vorjahr abarbeiten können, hieß es aus dem Beschaffungsamt.
Stimmen aus der Truppe
Hauptmann Daniel Reuss vom Panzergrenadierbataillon 122 in Oberviechtach bezeichnete den Schritt als überfällig: „Wir können jetzt endlich das, was die Plattform technisch immer können sollte.“ Aus dem Einsatzführungskommando hieß es, der Puma S1 sei für die VJTF-Verpflichtungen Deutschlands ab 2027 zwingend notwendig.
Nächster Schritt: S2
Bereits in Vorbereitung befindet sich das Folgepaket S2 mit Hardkill-Schutz und größerer Generatorleistung. Das Verteidigungsministerium plant eine Vorlage im Bundestag für das vierte Quartal 2026. Die Stückkosten je Fahrzeug werden im Ministerium auf zusätzlich rund 4,5 Millionen Euro veranschlagt.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare.
Zum Kommentieren bitte anmelden oder registrieren.