Kameraden

Türkei sperrt Bosporus erneut für Marineschiffe

Türkei sperrt Bosporus erneut für Marineschiffe

Ankara. Die Türkei hat unter Berufung auf das Montreux-Abkommen eine erneute Sperrung des Bosporus für Marineschiffe nicht-anliegender Staaten verfügt. Betroffen sind auch geplante Hafenbesuche der NATO-Standing-Force im Schwarzen Meer. Aus Ankara hieß es, die Maßnahme bleibe in Kraft, solange Russland und die Ukraine im Kriegszustand seien. Bundeswehr und Marine reagieren mit angepasster Planung.

Wirkung auf NATO-Übungen

Die geplante Übung Sea Breeze 2026 muss in den Nordwestteil des Schwarzen Meeres verlagert werden. Die Bundesmarine entsendet stattdessen die Korvette „Magdeburg“ im Rahmen der Schwarzmeer-Kooperation Rumäniens. Eine Veränderung der Übungsziele ist nicht vorgesehen.

Spielraum im Montreux-Abkommen

Das Abkommen von 1936 erlaubt der Türkei in Kriegszeiten weitgehende Eingriffsrechte. Bislang nutzt Ankara diese restriktiv, aber konsequent. Russland kann eigene Schwarzmeerflotteneinheiten weiterhin nur eingeschränkt rotieren.

Forderung nach diplomatischer Lösung

Bundesaußenministerin und Verteidigungsminister fordern eine engere Abstimmung. Sicherheitspolitiker warnen, ohne dauerhafte NATO-Präsenz im Schwarzen Meer wachse die Asymmetrie. Eine grundlegende Änderung des Montreux-Regimes gilt als politisch undenkbar.

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