Kameraden

Wehrpflicht-Modell: Erste Musterungen für freiwilligen Wehrdienst

Wehrpflicht-Modell: Erste Musterungen für freiwilligen Wehrdienst

Berlin. Mit den ersten verpflichtenden Fragebögen an 18-Jährige beginnt der Einstieg in das neue Wehrdienstmodell. Im Juni werden rund 400.000 Bögen verschickt, ein Pflicht-Rücklauf wird erwartet. Auf Basis der Selbstauskünfte werden 40.000 Personen zur Musterung gerufen. Ziel ist es, die Anzahl der freiwillig Dienenden binnen drei Jahren zu verdoppeln.

Aussetzung der Pflicht bleibt

Eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht ist im Modell vorerst nicht vorgesehen. Der Bundestag behält sich aber vor, im Verteidigungsfall zurückzukehren. Die Bundeswehr setzt zunächst auf Freiwilligkeit, kombiniert mit erhöhter Bezahlung und besserem Anreiz.

Reaktion der Verbände

Der Reservistenverband begrüßt das Modell als „Schritt in die richtige Richtung“. Friedensbewegte Verbände warnen vor einer schleichenden Militarisierung. Der Bundeswehrverband fordert eine stabile Finanzierungsgrundlage über das Sondervermögen hinaus.

Logistische Herausforderung

Die Bundeswehr muss die Musterungsstrukturen wieder aufbauen. Drei Karrierecenter werden zusätzlich geöffnet. Die personellen Kapazitäten der Sanitätsdienste sind bereits jetzt knapp, hier sollen reaktivierte Reservisten Lücken schließen.

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