Kameraden

Wehrpflicht-Debatte: Modell Schweden bevorzugt

Wehrpflicht-Debatte: Modell Schweden bevorzugt

Berlin. In der Debatte um eine Wiedereinführung der Wehrpflicht tendiert die Bundesregierung zum schwedischen Modell. Junge Männer und Frauen würden verpflichtet, einen Fragebogen auszufüllen — nur ein Teil würde tatsächlich gemustert und gedient.

Das schwedische Vorbild

Schweden hatte die Wehrpflicht 2010 ausgesetzt und 2017 in modifizierter Form wieder eingeführt. Jeder Jahrgang wird zunächst per Fragebogen erfasst, die motivierteten und körperlich geeignetsten 8.000 bis 10.000 Personen werden anschließend einberufen. Das Konzept gilt als Kompromiss zwischen reiner Freiwilligenarmee und klassischer Wehrpflicht.

Zeitplan in Berlin

Ein Gesetzentwurf wird im Herbst 2026 erwartet. Vorgesehen ist die schrittweise Einführung ab 2028. Die Bundeswehr peilt einen Personalbestand von 203.000 aktiven Soldaten bis Anfang 2030 an — derzeit liegt die Truppenstärke bei knapp 181.000.

Kritik aus den Ländern

Mehrere Landesregierungen weisen auf fehlende Liegenschaften und Ausbilder hin. Die Schließung von Kasernen seit 1990 lässt sich nicht kurzfristig rückgängig machen. Auch die Wehrkommandos müssten organisatorisch neu aufgestellt werden.

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